Fachgespräch "Unternehmen in die Pflicht – in Deutschland, Europa und weltweit!"
Globale Lieferketten sind Gefahrenzonen – viel zu häufig geprägt von Menschenrechtsverletzungen und massiven Umweltschäden. Besonders betroffen ist der Globale Süden, während es viele Beispiele dafür gibt, wie große Unternehmen aus dem Globalen Norden in hohem Maße von dieser Ausbeutung profitieren.
Gemeinsam mit Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft beleuchten wir, wo die Unternehmensverantwortung heute steht und welche Schritte zu fordern sind.
Politik muss klare Grenzen setzen und Unternehmen verbindlich in die Pflicht nehmen. Doch stattdessen wird die Unternehmensverantwortung in Lieferketten gerade geschwächt: Die EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) wurde durch eine Allianz aus konservativen und ultrarechten Kräften massiv verwässert und ihr Anwendungsbereich stark eingeschränkt. Die Bundesregierung plant, das deutsche Lieferkettenrecht auf dieses Niveau zurückzufahren. Für umweltbezogene Sorgfaltspflichten ist mit der CSDDD jedoch eine Verbesserung in Sicht.
Parallel wird in den Vereinten Nationen seit Jahren über einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag verhandelt, der Unternehmen international zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards verpflichtet (UN Treaty on Business and Human Rights). Seine Verabschiedung wäre ein Meilenstein für die Verantwortung von Unternehmen, insbesondere entlang ihrer globalen Lieferketten – wenn der UN Treaty am Ende zentrale Forderungen der Zivilgesellschaft berücksichtigt.
Beide Instrumente, CSDDD und UN-Treaty, wollen verbindliche Standards setzen und Betroffene in ihren Rechten stärken.
In unserem Fachgespräch geben wir einer Aktivistin aus Peru eine Stimme, die unmittelbar vom tödlichen Kupferabbau betroffen ist. Welche Hoffnung verbindet sie mit zukünftigen Rechtsnormen?
Wir analysieren Einflussnahmen auf die Gestaltung des Lieferkettenrechts und erörtern, welche Elemente für einen wirksamen Schutz von grundlegenden Rechten aus menschenrechtlicher, ökologischer und gewerkschaftlicher Perspektive unverzichtbar bei der Überführung der CSDDD in deutsches Recht sind.
Ein weiterer Fokus der Veranstaltung richtet sich auf die 12. Verhandlungsrunde zu einem UN Treaty on Business and Human Rights. Wie kommen die Verhandlungen am Textentwurf voran? Welche Bedeutung hat ein solches globales Abkommen für die Menschenrechte? Wir diskutieren Berichte aus erster Hand und ziehen Bilanz.
18:00 Uhr Einlass
18:30-20:30 Fachgespräch
Moderation: Carola Franz, Rosa-Luxemburg-Stiftung
Begrüßung MdB Katrin Fey und MdB Desiree Becker (beide Fraktion Die Linke), Nadja Charaby (Rosa-Luxemburg-Stiftung)
Fallbeispiel : Fataler Kupferabbau in Peru
• Estela Rojas, Betroffene und Aktivistin
CSDDD-Transposition: Erwartungen an die Überführung der EU-Lieferkettenrichtlinie in deutsches Recht
• Armin Paasch (Misereor)
• Ceren Yildiz (Deutsche Umwelthilfe)
• Milena Horn (Deutscher Gewerkschaftsbund)
UN Treaty on Business and Human Rights: Berichte von der 12. Verhandlungsrunde im UN-Menschenrechtsrat
• Celia Sudhoff (Global Policy Forum Europe)
• Melanie Wündsch (Deutsches Institut für Menschenrechte)
Kleine Anfrage zum UN Treaty: Die Position der Bundesregierung
• Politische Einordnung durch Katrin Fey
Diskussion und Ausblick
Aufgrund des Veranstaltungsortes im Bundestag ist eine Teilnahme nur mit vorheriger Anmeldung bis zum 19.11.2026 möglich.
Anwesende MdB: Katrin Fey, Desiree Becker
Eine Kooperationsveranstaltung von Die Linke im Bundestag und der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Deutscher Bundestag
Eingang Paul-Löbe-Haus West
Konrad-Adenauer-Straße 1
10557 Berlin
Beginn: Uhr
Ende: Uhr
Einlass: Uhr
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